{"id":876,"date":"2021-02-25T14:54:57","date_gmt":"2021-02-25T14:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/meerjungfrei.ch\/?p=876"},"modified":"2021-05-24T21:24:50","modified_gmt":"2021-05-24T21:24:50","slug":"besuch-einer-bananenplantage-auf-teneriffa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meerjungfrei.ch\/?p=876","title":{"rendered":"Besuch einer Bananenplantage auf Teneriffa"},"content":{"rendered":"\n<p>Denkt man an die Kanarischen Inseln, denken die meisten wohl an Sonne, Strand und Urlaub. Doch die Canarios leben nicht nur vom Tourismus, sondern auch vom Obstanbau. Schon auf Gran Canaria sind uns die weitl\u00e4ufigen Bananenplantagen entlang der Strassen aufgefallen und so begann ich im Internet \u00fcber die Thematik zu recherchieren und buchte etwas sp\u00e4ter eine F\u00fchrung auf der Finca las Margaritas f\u00fcr unseren Aufenthalt in Teneriffa. Auf Teneriffa hatte n\u00e4mlich eine Kooperative die clevere Idee, Tourismus und Obstanbau miteinander zu verbinden. So kommt es, dass man in Las Margaritas seit 2012 Dienstags bis Donnerstags f\u00fcr je drei Stunden am Tag die Plantage mit anschliessendem Tasting und Direktvermarktung der Produkte an die Besucher besuchen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Medial werden die kanarischen Inseln und spezifisch La Palma und Teneriffa auch als Inseln des ewigen Fr\u00fchling bezeichnet. Grund daf\u00fcr ist, dass dort ganz j\u00e4hrlich ausgeglichenen Temperaturen herrschen, welche zum einen durch den Passatwind  und zum anderen durch den kalten Kanarenstrom hervorgerufen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf Teneriffa werden ungef\u00e4hr 54 % der Landfl\u00e4che landwirtschaftlich genutzt f\u00fcr den Anbau von Kartoffeln, Orangen, Mangos, Wein, Zitronen, Papayas und Avocados,&nbsp;aber eben auch von Bananen, welche auf den Kanaren <em>Pl\u00e1tanos<\/em> genannt werden. Mit rund 136.000 Tonnen Bananen hat Teneriffa hier sogar den gr\u00f6\u00dften Produktionsanteil im Vergleich zu den anderen kanarischen Inseln.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Plantage Finca Las Margaritas begann der Bananenanbau im Jahr 1977. W\u00e4hrend unserer F\u00fchrung durch die 18.000 Bananenstauden wurde uns nicht nur von den Anbaubedingungen und dessen Schwierigkeiten wie zu starke Sonneneinstrahlung, Wind und der Umgang mit den Wasserressourcen,  sondern auch vom Lebenszyklus der Bananensorte <em>Cavendish<\/em> berichtet. <\/p>\n\n\n\n<p>So erfuhren wir, dass der Muttertrieb&nbsp;etwa 9 Monate bis zur endg\u00fcltigen H\u00f6he und weitere sechs Monate (je nach Intensit\u00e4t der Sonneneinstrahlung) bis zur Fruchtreife ben\u00f6tigt. Dieses Vorgehen bewirkt, dass man auf einer Bananenplantage alle m\u00f6glichen Stadien der Pflanzen- und Fruchtentwicklung nebeneinander finden und das ganze Jahr \u00fcber Bananen ernten kann. Nachdem eine Staude die Fruchtreife vollendet hat, wird der Stamm abgeschnitten und dient seinen Tochterpflanzen als Wasserreservoir. <\/p>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-2dd6768e\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider glide\" data-per-view=\"1\" data-gap=\"0\" data-peek=\"0\" data-autoplay=\"true\" data-height=\"518px\" data-hide-arrows=\"false\"><div class=\"glide__track\" data-glide-el=\"track\"><div class=\"glide__slides\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05759-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"879\"\/><figcaption>Das Innere einer Bananenstaude &#8211; das perfekte Wasserreservoir<\/figcaption><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/WhatsApp-Image-2021-02-23-at-23.57.03.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"881\"\/><figcaption>Bananen Sch\u00f6ssling 5 Monate und 4 Wochen alt (von links nach rechts)<\/figcaption><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05749-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"880\"\/><figcaption>Erste Bananen unter dem sogenannten B\u00fcschel<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div><div class=\"glide__bullets\" data-glide-el=\"controls[nav]\"><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=0\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=1\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=2\"><\/button><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Kontext haben wir ebenfalls erfahren, dass die kultivierten Bananensorte sich nicht wie gew\u00f6hnlich durch Best\u00e4ubung und Samen vermehren und ihre Frucht bilden, sondern durch Sch\u00f6sslinge. Dieser Vorgang wird Parthenokarpie genannt und steht f\u00fcr die Fruchtausbildung ohne vorherige Befruchtung. Durch Z\u00fcchtungsverfahren mittels Gentechnik k\u00f6nnen so in der konventionellen Landwirtschaft besonders kr\u00e4ftige Mutterpflanzen vervielfacht werden. Nach circa sieben Lebenszyklen (beinahe gleichzusetzen mit sieben Jahren) wird dann auf der Finca las Margaritas die alte Pflanze aus der Erde genommen und ein komplett neuer (geklonter) Sch\u00f6ssling gepflanzt. <\/p>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-290b0c3b\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider glide\" data-per-view=\"1\" data-gap=\"0\" data-peek=\"0\" data-autoplay=\"true\" data-height=\"531px\" data-hide-arrows=\"false\"><div class=\"glide__track\" data-glide-el=\"track\"><div class=\"glide__slides\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05780-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"886\"\/><figcaption>Bananen kurz vor der Reife<\/figcaption><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05797-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"888\"\/><figcaption>Die leckeren Bananen-Produkte<\/figcaption><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05802-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"885\"\/><figcaption>Segler am erkunden<\/figcaption><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05803-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"890\"\/><\/figure><\/div><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item-wrapper glide__slide\" tabindex=\"0\"><figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-slider-item\" src=\"https:\/\/meerjungfrei.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSC05754-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-id=\"891\"\/><\/figure><\/div><\/div><div class=\"glide__bullets\" data-glide-el=\"controls[nav]\"><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=0\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=1\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=2\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=3\"><\/button><button class=\"glide__bullet\" data-glide-dir=\"=4\"><\/button><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Geerntet werden die Bananen \u00fcbrigens etwa 14 Tage vor der endg\u00fcltigen Reife und werden dann von den Arbeitern mit einem Kissen auf der Schulter &#8211; damit die Fr\u00fcchte keinen Schaden nehmen &#8211; zum Lieferwagen getragen. Per Lieferwagen werden dann die Bananen innerhalb der Kooperative gesammelt und in eine Halle transportiert, in welcher Sichtkontrolle, Waschen, Etikettieren und Verpacken der Bananen erfolgt. Erst nach diesem Schritt innerhalb der Lieferkette, werden die Bananen dann an Reifeh\u00e4user, H\u00e4ndler und Grossverteiler geliefert. <\/p>\n\n\n\n<p>In Europa bzw. Deutschland findet man \u00fcbrigens im Supermarkt nur als absolute Besonderheit kanarischen Bananen, da diese f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt als zu klein gelten. Die sogenannte <em>Eurobanane <\/em>welche von Br\u00fcssler B\u00fcrokratie definiert wurde und der Handelsklasse 1 entsprechen, muss muss mindestens 14 Zentimeter lang sein und die Dicke mindestens 27 Millimeter betragen. Die meisten <em> Pl\u00e1tanos<\/em> somit auf dem spanischen Festland und auf den Kanaren selber verzehrt. Schade wie ich finde, wenn man bedenkt, dass die <em>Pl\u00e1tanos<\/em>  schon eine Woche nach der Ernte im europ\u00e4ischen Regalen liegen k\u00f6nnten \u2013 S\u00fcdamerika-Importe dagegen sind bis zu 45 Tage unterwegs. Unteranderem auch auf Grund des langen Transportwegs, reift eine kanarische Banane auch mit drei Monaten rund doppelt so lange wie eine S\u00fcdamerikanische Banane an der Staude, was wiederum den Zucker- und Wassergehalt beeinflusst und somit schlussendlich auch den Geschmack. <\/p>\n\n\n\n<p>Vom Geschmack konnten wir uns dann \u00fcbrigens nach der knapp 1.5 Stunden langen Tour selber \u00fcberzeugen. In mitten der Plantage wurde f\u00fcr uns eine Verkostung von verschiedenen Spezialit\u00e4ten in welchen Bananen verarbeitet wurden vorbereitet. Dabei handelte es sich beispielsweise um Marmelade, Vinaigrette, Wein und die auf den Kanaren so bekannte Mojo-So\u00dfe. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben bei der Besichtigung vieles lernen k\u00f6nnen und waren begeistert von der offenen und fr\u00f6hlichen Art des Guides und den schmackhaften Produkten am Ende der Besichtigung und k\u00f6nnen jedem dieses Erlebnis w\u00e4rmstens empfehlen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle Interessierten stellen wir gerne die Kontaktdaten zur Verf\u00fcgung: <\/p>\n\n\n\n<p>FINCA LAS MARGARITAS                                                                                   Telefon: Telefon 617 696 045                                                                                              E-Mail fincalasmargaritasvisitas@gmail.com                                                    Website: http:\/\/www.fincalasmargaritas.canariasqr.com\/<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Kosten f\u00fcr die insgesamt 2.5 Stunden lange F\u00fchrung inklusive Verkostung lagen bei 7 Euro pro Person. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denkt man an die Kanarischen Inseln, denken die meisten wohl an Sonne, Strand und Urlaub. 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